Panorama Projektfläche

Projektbeschreibung

Im Rahmen des Projektes „ewig anders“, dem Ditzinger Beitrag zum Produktionskunstfestival „Drehmoment“ der Region Stuttgart im Jahr 2018, wurde das Thema Friedhofs- und Trauerkultur thematisiert. Hintergrund war und sind Änderungen in der Gesellschaft.

  • Da ist der Trend zu Urnengräbern und Baumbestattungen, die dazu führen, dass Flächen nicht mehr benötigt werden.
  • Dann sind durch die zunehmende Mobilität in der Arbeitswelt viele nicht mehr dort zu Hause, wo die verstorbenen Angehörigen und Freunde beerdigt sind. Aber auch sie sollen einen Platz für ihre Trauer haben.
  • Und schließlich ist der Friedhof für viele auch ein Ort der Erholung, ein Biotop und er bietet einen Weg zwischen Wohnen und Arbeiten und zum Verkehrsmittel.

Im Rahmen des Projektes wurde eine Fläche auf dem Friedhof gestaltet und ein Projektraum eingerichtet.

Nach Ende des Festivals „Drehmoment“ stellte sich die Frage nach der Zukunft. Eine Gruppe von Bürgerinnen und Bürger hatte nun vorgeschlagen, das Projekt im Rahmen des bürgerschaftlichen Engagements weiter zu führen. Der Gemeinderat hat diesem Wunsch zugestimmt. Alle Gruppenmitglieder arbeiten ehrenamtlich.

Projektfläche

Für die Projektfläche wurde in Workshops die Idee entwickelt, die klassischen Elemente darzustellen:

  • Feuer = Licht: Vormalige Grabsteine werden zum neuen Gedenkort und lassen Raum für Ihre Kerzen und Erinnerungen ‒ symbolisch für allzu ferne Gräber.
  • Erde = Wachstum: Ein Hügelbeet als Raum der Erinnerung und für letzte Blumengrüße. Pflanzen Sie mit!
  • Wasser = Himmel: Wasser steht in vielen Kulturen für den Übergang zwischen Leben und Tod. Bald wird das Wasser eines Quellsteins aber auch wieder den Himmel reflektieren und sein leises Plätschern an das Zerfließen der Zeit erinnern.
  • Luft = Bewegung: Bislang wiesen Windsegel den Weg, doch auch hier ist gerade alles im Fluss. Angedacht sind Mobilés oder Rainmaker, deren Klang erfahrbar macht, was dem Auge sonst verborgen bleibt.

Alles wandelt sich ‒ momentan auch auf der Projektfläche: Einige Stationen sind verschwunden, neue werden dazukommen. Die Gruppe hat sich das Ziel gesetzt, die Projektfläche zu erhalten und - wenn möglich - weiter zu entwickeln. So könnte bald auch ein Weg aus alten Grabsteinen einen besseren Zugang etwa für Rollatoren ermöglichen. Alle diese Ideen sind jedoch mit der Verwaltung zu diskutieren und etwaige Hinderungsgründe auszuräumen.

Projektraum

Der Projektraum in der Marktstraße 24 wurde für Veranstaltungen wie Ausstellungen, Workshops und Vorträge benutzt. Das soll weiterhin so bleiben. Momentan ist der Raum Dienstags zwischen 15 und 17 Uhr geöffnet und mindestens ein Gruppenmitlied ist anwesend für Gespräche, Anregungen und Gedankenaustausch. Das Team ist offen für neue Ideen.

Exkursionen

In der Region gibt es schon einige neue Ansätze z.B. der Weg aus Grabsteinen in Sindelfingen und das Trauercafe in Korntal. Die Idee ist, diese und weitere Orte zu besichtigen. Zu solchen Exkursionen wird öffentlich eingeladen.

Vernetzung

Das Projekt soll nicht im freien Raum schweben sondern es wird eine Vernetzung mit anderen Ditzinger Organisationen gesucht. Beispielsweise könnten Schulen mitmachen, Kirchen, Vereine usw.. Das Jugendhaus könnte Input zu Ideen von Kindern liefern. Auch zur den Aktivitäten Asyl und Migration könnten Bezüge hergestellt werden.

Museumsausstellung

Das Stadtmuseum könnte eine Ausstellung zum Thema Trauer- und Bestattungskultur organisieren. Hier würde natürlich die Federführung beim Stadtmuseum liegen, aber durch die Aktivitäten während des Drehmoment-Festivals wurde doch einiges an Wissen und Material angesammelt. Vielleicht gelingt es, so etwas wie eine „Bestattungskultur im Strohgäu“ finden.

Öffentlichkeitsarbeit

Um die Aktivitäten der Gruppe sichtbar zu machen wurde eine Webseite eingerichtet und im Ditzinger Anzeiger werden unter der Rubrik „Bürgerschaftliches Engagement“ regelmäßig kurze Informationen zum Projekt veröffentlicht.